Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven e.V.

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Flugplatz Highlights Deutsche Meisterschaften Segelflug 2009

Deutsche Meisterschaften Segelflug 2009

E-Mail Drucken PDF

Einmal Deutsche Meisterschaften und zurück

 

Bilder

Vom 25.05. bis zum 05.06.2009 fanden auf dem Flugplatz Aalen-Elchingen in der Nähe von Stuttgart die diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Segelflug in der 15-Meter-, Standard- und Doppelsitzerklasse statt. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte konnte sich ein Pilot der Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven e.V. für die DM qualifizieren.

Zunächst galt es aber für Timo Stöven ein Team zu bilden. Als Co-Pilot kam Kersten Petermann hinzu und  als Bodencrew komplettierten Stefan Köhler und Jan Czonstke das Team.

Auch ein Wettbewerbsfähiges Flugzeug musste noch gefunden werden, denn der vereinseigene Leistungsdoppelsitzer DG505 kann bei einer DM nicht mehr mithalten und so wurde eine DG1000 gechartert.  Auch die Gegend um Stuttgart herum war für uns Nordholzer Neuland. Die Konkurrenz bestand aus Deutschen-, Europa- und Weltmeistern. Dazu komplettierten Nationalmannschaftsteilnehmer und Sportsoldaten das Feld. Alles Leute, die auch dank Sportförderung, auf Wettbewerben zu Hause sind und viel mehr Zeit in der Luft verbringen als wir es können.  Es zählte also der olympische Gedanke und Timo lobte das Ziel aus, „Nicht Letzter werden!"
Drei Tage vor dem eigentlichen Beginn reiste die Gruppe in zwei Teilen an. Timo und Kersten holten den Flieger ab und Stefan und Jan sicherten schon einmal gute Plätze auf dem Campingplatz. Und das war nicht ganz unwichtig, denn die ersten Tage gab es durch heftige Regenfälle sumpfartige Zustände auf dem Gelände. Wir hatten also drei Tage Zeit, uns mit dem Flieger und der Region vertraut zu machen. Allerdings musste erst einmal kräftig am Flugzeug geschraubt werden, denn es war überaschendereise technisch in einem schlechten Zustand!

Jeden morgen wurde für die insgesamt 98 Flugzeuge in den drei Klassen eine Flugaufgabe ausgeschrieben. Die Besatzungen mussten fest definiert Wegpunkte abfliegen. Dabei gewinnt derjenige, der die Flugstrecke in der kürzesten Zeit zurücklegen kann. Und jeden Morgen gab es das gleiche Ritual. Flieger klarmachen durch Stefan und Jan. Dazu gehörte das Waschen bzw. Polieren der Maschine, Cockpitausrüstung inkl. Verpflegung und ganz wichtig jeden Morgen 120 Liter Ballastwasser in die Tragflächen pumpen und exakt 5 Liter Ballast hinten in den Tank des Seitenflosse. Somit hatten wir unsere maximal erlaubte Abflugmasse von 750kg.

Danach wurde das Flugzeug zum Startfeld gebracht und das Flugzeugschleppseil wurde ausgelegt. Eine Spezialität von Stefan war es, das Seil so auszulegen, dass jeden Morgen eine neue Grafik bzw. Schrift zu erkennen war und viele Teilnehmer schauten vorbei, was sich die Nordholzer diesmal wieder ausgedacht hatten. Nun ging es ab zu Briefing und Timo und Kersten machten ihre Flugvorbereitung. Viele alte Segelflieger kennen noch Karte und Strich, Barograf und Fotoapparat. Die Zeiten sind heute vorbei! Karte und Strich gibt es noch aber mindestens zwei Flugwegaufzeichungs-Logger wurden mitgeführt,  dazu noch Palms mit Kartendarstellung.

Nun ging es los und innerhalb von ca. einer Stunde wurde das komplette Feld gestartet. Während die Piloten in der Luft mit der optimalen Taktik beschäftigten und den richtigen Weg zum Ziel suchten, denn durch das Wetter und die Thermik ist nicht immer der kürzeste Weg auch gleichzeitig der schnellste! Gab es auch für die Bodencrew genug zu tun: Campingplatz klarmachen, Einkaufen, etc. Und ganz wichtig warten und hoffen, dass das Telefon nicht klingelt und die Maschine mangels Thermik auf einem Acker außengelandet war und von der Bodencrew abgeholt werden musste. Am späten Nachmittag trafen sich die Crews und suchten den Horizont nach den zurückkommenden Maschinen ab. Wer zuerst ankommt ist aber nicht gleichzeitig der Schnellste und damit Tagessieger, denn die Abflugzeit über eine definierte Abfluglinie spielt hierbei auch eine Rolle.

Nach der Landung ging es wieder ans Flugzeug. Logger auslesen und das Flugzeug für die Nacht sichern bzw. einpacken. Mit Spannung traf sich das Feld jeden Abend in der Briefinghalle um die Tageswertungen der drei Klassen zu erhalten.

Das Wetter ermöglichte 9 von 10 möglichen Wertungstagen wobei  gleich der erste Wertungstag mit knapp 382km die längste Flugstrecke brachte, die zurückgelegt werden musste und mit einer Zeit von 04h15m29s belegte Das Team um Stöven Platz 22.
Am 7. Wertungstag gelang der Nordholz-Crew eine kleine Sensation. Als eine von nur 13 Besatzungen schafften sie die gesteckte Tagesaufgabe und belegten sensationell den 4. Platz in der Tageswertung.   Am Vortag musste die Nordholzer-Bodencrew doch das Flugzeug jedoch nach nur knapp 64km Flugstrecke vom Acker holen.
Somit beendeten die Norddeutschen Piloten die Deutschen Meisterschaften als 26. und somit Vorletzte und schafften zumindest das Minimalziel: „Nicht Letzer werden!"
Für alle vier war es ein besonderes Ereignis, denn wer weiß ob sich noch einmal ein Pilot aus dem thermisch nicht so günstig gelegenen Nordholz qualifizieren kann.
Insgesamt legte die Nordholzer an neun Wertungstagen ca. 2350km Flugstrecke zurück und waren mehr als 30 Stunden in der Luft.
Erneut Deutscher Meister in der Doppelsitzerklasse wurde Christof Geissler auf dem neuen Flugzeug „Arcus", gefolgt von Dr. Siegfried Baumgartl und Martin Haug.



Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 20:38 Uhr