
Wie jedes Jahr fand auch dieses Jahr in den Osterferien das obligatorische Osterfliegerlager in Nordholz statt. Nachdem im letzten Jahr schon zehn neue Flugschüler teilnahmen und alle dem Verein beitraten, setzten wir dieses Jahr noch einen drauf: Neben den Vorjahresschülern, fortgeschrittenen Schülern und Scheininhabern gesellten sich insgesamt 17 neue Schnupperer dazu. Hinzu kamen natürlich noch einige Vereinsmitglieder aus der Motorflugsparte, die die Osterzeit für Fliegerurlaub auf dem Flugplatz nutzten. Insgesamt waren wir also an Spitzentagen mehr als 50 Leute am Platz. Diese enorme Anzahl und das frühe Stattfinden in diesem Jahr, führte dazu, dass die alte Motorflughalle zweckentfremdet wurde und in ihr ein übernachtungszelt aufgebaut werden musste. Um die große Anzahl an Flugschülern zu bewältigen, wurden nicht nur viele Fluglehrer „zwangsverpflichtet“, sondern es musste auch ein weiterer Doppelsitzer vom Typ Ask13 her. Wie auch schon in den letzten Jahren konnten wir die Seedorfer Segelflieger überreden uns ihren Doppelsitzer zu borgen. Dieser wurde dann bei Eis und Schnee per Flugzeugschlepp aus Seedorf überführt.
Am Donnerstag Abend begann dann das Lager. Zuerst sicherte rechtzeitiges Erscheinen die besten Plätze im Wohnzelt oder im Jugendraum. Danach gab es dann das erste gemeinsame Abendessen und ein Willkommensbriefing. Am Freitag sollte es dann losgehen, doch der Wettergott machte uns einen Strich durch die Rechnung. Somit wurde der erste Tag damit verbracht eine allgemeine Einweisung in das Leben am Flugplatz und in die Besonderheiten des Flugbetriebes zu geben. Die Hoffnungen lagen also auf dem Folgetag. Aber auch dieser ließ nichts Gutes erahnen. Schon wieder Ausweichprogramm und Theorie??? Nach dem Mittagessen gab uns das Wetter eine Chance doch noch Flugbetrieb durchzuführen. Die Bedingungen waren zwar fliegbar aber dennoch so mies und ungeeignet den Schnupperern das Erlebnis Segelfliegen näher zu bringen. So wurden erst einmal die Checkflüge der Vereinsmitglieder durchgeführt, damit diese dann bei besserem Wetter den Anfängern nicht die Starts wegnehmen. Abends gab es dann das obligatorische Osterfeuer am Platz.
Alles hoffte auf den nächsten Tag. Aber nein, auch dieser Tag war nicht auf Seiten von uns Segelfliegern!!! Diesmal war es egal wir mussten den Schnupperern den ersten Start „gönnen“. Als die Minimalwerte für die Sichtflugbedingungen erreicht wurden, haben wir es „gewagt“ und wenigstens neun von Ihnen in die Luft gebracht bevor das Wetter wieder zusammenbrach. Auf tolle Fernsichten und große Thermikhöhen, gepaart mit angenehmen Temperaturen musste allerdings komplett verzichtet werden. Keine guten Bedingungen um jemanden für das Hobby Segelfliegen zu begeistern.
Was nun??? So viele Schüler und dann so was??? Die Wettervorhersage schob sich von Tag zu Tag weiter: Heute schlecht morgen besser!
Tag vier kam und er war fliegbar, saukalt aber fliegbar! Insgesamt haben wir 64 Starts geschafft und die neuen konnten sich nun echte Segelflieger nennen. Pünktlich zum Sonnenuntergang wurde der Flugbetrieb eingestellt und es gab ein spätes Abendbrot. Die meisten fielen völlig geschafft ins Bett. Diesmal sagte der Wetterbericht Regen voraus und er sollte sich leider nicht irren! Der Dienstag viel zumindest am Vormittag ins Wasser. Was nun? Schon wieder Theorie? Schon wieder warten aufs Wetter? Das Alternativprogramm wurde gezogen. Marc organisierte schnell einen Bus vom Marinefliegergeschwader und so wurde einen Besuchstour durchs MFG3 gestartet. Besichtigte wurden die Lynx-Hubschrauber und die Atlantic-Werft. Später folgte dann noch eine Tower- und Radar-Besichtigung. Am späten Abend konnte dann das Wetter genutzt werden um wenigsten mit Motorflugzeugen zu einem Rundflug zu starten. Wetterbericht für die Folgetage: Es soll besser werden. Na dann schauen wir mal!
Es wurde besser! Zwar immer noch saukalt aber die Sichten etc. waren gut. Am Mittwoch haben wir wieder 64 Starts geschafft, Donnerstag und Freitag wurden es jeweils über 50 und es gab die ersten Thermikflüge. Am Samstag war Jonas, Flugschüler vom letzten Jahr, bereit seinen ersten Alleinflug durchzuführen. Alle drei Flüge ohne Fluglehrer im Flugzeug klappten hervorragend und er bekam von allen Anwesenden den traditionellen Klaps auf den Hintern. Was natürlich bei so vielen Anwesenden eine etwas schmerzhaftere Angelegenheit ist. Dieser Tag sollte mit 70 Starts auch der erfolgreichste Tag des Osterfliegerlagers 2005 sein.
Trotz des nicht auf der Seite der Segelflieger stehenden Wettergottes, war das Osterfliegerlager 2005 wieder ein großer Erfolg und die Segelflugsparte hat dieses Jahr wieder viele neue Flugschüler hinzugewonnen.
Jan Czonstke





