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1985 gab es den ersten Navigationswettbewerb im Motorflug in Nordholz, die „1. Graf Zeppelin Rallye" mit 47 teilnehmenden Maschinen und im September folgte das erste Oktoberfest auf dem Sportfluggelände. Auf 300 Mitglieder wuchs der Verein 1986 an und fliegerisch gab es auch viele außergewöhnlichen Leistungen zu vermelden: So flog Otto Schulze mit seinem Segelflugzeug vom Typ „Speed Astir" einen 550 km Streckenflug von Nordholz nach Cambrai in Nordfrankreich. Sein Rückholer mit dem PKW und Segelfluganhänger hatte insgesamt 1.500 km Fahrstrecke zurückzulegen um ihn wieder nach Nordholz zu holen. Im Motorflug gab es ebenfalls einen nicht alltäglichen Flug:Cuxhavener Verein für Luftfahrt Pit Marchlewitz und Manni Reichert flogen von Nordholz aus mit einer 32 Jahre alten Piper Pa18 nach Ibiza. Insgesamt waren sie 16 Tage (mit Urlaub) unterwegs und flogen insgesamt 5.000 km Flugstrecke in 34 Stunden.
Im 10. Jubiläumsjahr wurde beschlossen, die mit einer etwas zu kurzen Schleppstrecke versehene Segelflugbahn auf fast 1.400 Metern zu erweitern. Gleichzeitig sollte das erste Leistungssegelfugzeug vom Typ LS4 angeschafft werden. Auch nichtfliegerische Aktivitäten gab es immer wieder auf dem Flugplatz Nordholz-Spieka. So wurde z.B. ein „Riesen-Sommerfest" der Nordholzer Frauenvereinigung durchgeführt. Stargast war der TV-Start Rolf Zuchowski. In den späteren Jahren folgten Feuerwehrtreffen, Klassenausflüge, Besuche der Lebenshilfe, etc.
In den ersten 10 Jahren war die Sportfluggruppe schon weit herumgekommen. So flogen Flugzeuge der SFG nach Spanien, Marokko, Kreta, Italien, Griechenland, Polen, Norwegen, Schweden, Finnland, Irland, Großbritannien, Frankreich, Österreich, Schweiz, früheres Jugoslawien, Ägypten, Dänemark und waren natürlich überall in Deutschland unterwegs. Das stetige Wachsen des Vereines machte eine weitere Motorflughalle nötig. Die Segelflieger nahmen am 27.5.1989 eine neue moderne 330 PS starke Doppeltrommelwinde in Betrieb um auch in Zukunft die schwereren modernen Kunststoffsegler schleppen zu können. Der wohl spektakulärste Flugzeugzugang der SFG fand ebenfalls 1989 statt: Die ägyptische Luftwaffe hatte nach dem zweiten Weltkrieg Lizenzbauten der Bücker 181 Bestmann in Ägypten herstellen lassen und für die eigene Schulung eingesetzt. Nach deren Ausmusterung erwarb die SFG eine dieser Maschinen, und die beiden Vereinsmitglieder Otto Plambeck und Alfred Hansen holten die Maschinen aus Kairo ab. Natürlich wie es sich gehört im Fluge! Der Flug, mit der spärlich ausgerüsteten Maschine, ging von Kairo über Kreta und Korfu, über Italien und die Alpen nach Deutschland bis nach Nordholz. Insgesamt waren die beiden Piloten 5 Tage unterwegs mit der in ägyptischer Original-Bemalung befindlichen Gomhouria 181 MK6. Nach langer Restaurierungsphase ist die Maschine seit zwei Jahren wieder komplett überholt und in der originalen Bemalung der ägyptischen Luftwaffe zu bewundern.
Auch ein anderes Vereinsmitglied unternahm 1989 einen kuriosen Flug: Arno Claas flog alleine vom 9.8 bis zum 16.9.1989 quer durch Europa. Gestartet in Nordholz, ging es nach Nord- und Westfrankreich, über Spanien und Portugal mit einem Abstecher nach Fes in Marokko. Zurück quer durch Spanien und Südfrankreich, über die Schweiz wieder durch Deutschland nach Nordholz. Insgesamt war die kleine nordholzer Schulmaschine vom Typ Cessna 150 61:19 Flugstunden unterwegs!
1990 wurde die neue Motorflughalle feierlich eingeweiht.
Zum 7. militärischen Motorflugwettbewerb in Nordholz kamen stolze 150 Motorflugzeuge auf die Graspiste. Auch kommerzieller Flugbetrieb startete nun von Nordholz-Spieka aus: So bedienten die „Roland Air" und die später folgenden Unternehmen ab 1990 die Route Nordholz-Helgoland und zurück. Die Segelflieger flogen bisher hauptsächlich am Wochenende, da der Luftraum in der Woche durch das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin" genutzt wird.
Aber dennoch wurde mit Absprache der Militärs im Sommer 1991 das erste Segelfluglager der SFG in Nordholz durchgeführt. Dieser Vorläufer für die späteren erfolgreichen Osterfliegerlager brachte einen Parallelflugbetrieb mit Segelflug, Motorflug auf der Graspiste und der Militärfliegerei auf der Betonbahn. Dieser funktionierte hervorragend und ist seitdem fester Bestandteil am Luftraum über Nordholz.
1991 machte der „Deutschlandflug" in Nordholz halt, und unglaubliche 200 Motorflugzeuge landeten zu diesem Wettbewerb in Nordholz-Spieka. Im September fand dann das bereits vierte Oktoberfest in Nordholz statt, nur diesmal konnte erstmals die neue und größere Motorflughalle genutzt werden. Seitdem steht diese für verschiedenste Veranstaltungen zur Verfügung.
Mit ca. 400 Mitgliedern sind die frühen 90er Jahre die bisher mitgliedstärksten und flugstundenmäßig die erfolgreichsten Jahre des Vereines. Mit 21 Motorflugzeugen flog der Verein z.B. 1992 insgesamt 3.700 Motorflugstunden. Und mit 5.000 Überlandflugkilometern belegte die Fachsparte Segelflug den 1. Platz im Sportfachverband Stade-Lüneburg. Solche Zahlen sind derzeit heute leider aufgrund der immer stärker steigenden Kosten in der Privatfliegerei nicht mehr zu erreichen.
Zu Ostern 1993 fand das erste Osterfliegerlager der Segelflieger in Nordholz statt und bietet seitdem jedes Jahr Interessierten die Möglichkeit, in konzentrierter Form in die Segelflugausbildung hineinzuschnuppern. Auch die ersten Pläne zur zivilen Mitbenutzung der Beton-Bahn des Marinefliegerplatzes deuteten sich an, wobei die Sportfluggruppe hiervon stets getrennt blieb. Jedoch wechselten später die kommerziellen Helgolandflüge von der Graspiste auf die Beton-Bahn.





