Ausbildung Segelflug

ask13Segelfliegen ist ein Flugsport, mit dem schon im Alter von 14 Jahren begonnen werden kann. Die ersten Starts werden in einem Doppelsitzer (bei uns Ask 13) durchgeführt, natürlich in Begleitung von einem ausgebildeten Fluglehrer. Schon beim ersten Flug lernt man die grundlegenden Steuerbewegungen kennen und bekommt ein Gefühl für das Flugzeug. Nach und nach erlernt man dann weitere Flugmanöver, wie Geradeausfliegen, Kurvenfliegen, Start, Landung...   Immer seltener muss der Fluglehrer korrigieren und wenn alle Manöver beherrscht werden, kommt der große Moment: Der erste Alleinflug (die A-Prüfung)!:

Der Flugschüler sitzt nun für drei Starts und Landungen alleine im Doppelsitzer, beobachtet durch den Fluglehrer, der am Boden am Funkgerät steht. Das ist für jeden Flugschüler ein unvergeßliches Erlebnis.

Wenn die drei Runden vollbracht sind, erfolgt ein altes Ritual: Jeder Anwesende gibt dem Solisten einen Klaps auf den Hintern, damit dieser ein besseres Gefühl für die Thermik bekommt.

Von nun an fliegt der Flugschüler immer weniger mit Fluglehrer und schult auf den ersten Einsitzer um (bei uns die Ka8b). Die ersten eigenständig durchgeführten Thermikflüge folgen und im Flugbuch tauchen die ersten Flugzeiten von deutlich mehr als 5 Minuten auf. Danach wird auf den zweiten Einsitzer (Ka6CR) umgeschult und eine weitere Prüfung absolviert, die "B"-Prüfung. Diese und auch die nachfolgende "C"-Prüfung beinhalten verschiedene Manöver, die jeder Segelflieger beherrschen sollte, um exakt und sauber zu fliegen, denn jeder Fehler kostet Leistung und verkürzt die Flugzeit.

Als nächstes folgen zwei Überlandflugeinweisungen im Doppelsitzer mit Fluglehrer. In diesem Ausbildungsabschnitt wird nun das erste Mal die Flugplatzumgebung verlassen und "auf Strecke" gegangen. Hierbei wird meistens ein vorher festgelegter Weg, z.B. in Form eines Dreiecks, abgeflogen. Damit bewiesen werden kann, dass der beabsichtigte Kurs tatsächlich abgeflogen wurde, werden heute GPS-Logger mitgeführt, die den Flugweg aufzeichnen.

Zum Segelfliegen gehört aber auch theoretisches Wissen. Der Theorieunterricht findet in den Wintermonaten statt. Es werden die Fächer Meteorologie, Technik, Verhalten in besonderen Fällen, Navigation, Luftrecht und "Menschliches Leistungsvermögen" gelehrt. Daneben muß auch noch ein Funksprechzeugnis erworben werden. Die amtliche theoretische Prüfung beendet die theoretische Ausbildung. Nach erfolgreicher theoretischer Prüfung muß noch ein Überlandflug über eine Distanz von mindestens 50 km ohne Fluglehrer durchgeführt werden. Ist dieses geschafft, schließt die praktische Prüfung die Ausbildung ab. Von nun an ist man "Scheininhaber". Die amtliche Prüfung kann schon mit 16 Jahren abgelegt werden. Segelfliegen ist ein Mannschaftssport! Damit ein Segelflugzeug in die Luft kommt, werden viele Leute benötigt: Startleiter, Windenfahrer, "Flächenhalter", Fahrer für den Seilrückholwagen und nicht zu vergessen der Fluglehrer. Nach der Landung muss das Flugzeug wieder an den Start zurückgebracht werden. Jeder, der selbst fliegen möchte, muß genauso daran mitarbeiten, daß alle anderen dieselbe Möglichkeit erhalten. Kameradschaft und Teamgeist sind wichtige Faktoren, wenn Segelfliegen sicher sein und Spaß machen soll.

Die finanzielle Seite:

Segelfliegen ist nicht teurer als viele andere Sportarten. Die Segelflugpauschale deckt eine unbegrenzte Anzahl Windenstarts sowie die Fluggebühren ab, nicht enthalten jedoch sind Flugzeug-Schleppgebühren hinter einer Motormaschine, da diese Startart in der Ausbildung nicht zwingend benötigt wird und sich die Höhe der anfallenden Gebühren stark nach dem jeweiligen individuellen Vorhaben richtet.

Weitere übliche Gebühren entstehen durch die Mitgliedschaft im Verein.